Die 7 Müllzwerge
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Sepsen allein auf Reisen
Wir wissen selber nicht mehr so genau, wie wir auf so einen Schwachsinn gekommen sind. Ist ja egal, für alle eingeweihten Leute ist's lustig. Viel Spaß beim Lesen!
Ähnlichkeiten mit verstorbenen oder lebenden Personen sind beabsichtigt und mit Humor zu nehmen.
Wir bitten darum, das Geschreibsel da unten als geschütztes Gedankengut zu betrachten!
[Anmerkungen der Autoren]
Prolog :
Die 7 Müllzwerge lebten vor langer Zeit – mindestens einem halben Jahr – auf einer Bauschuttdeponie (= ähnlich Mülldeponie). Wo sich diese befand, weiß niemand, doch es wird viel darüber spekuliert. Am wahrscheinlichsten liegt die Müllhalde in Weiden-West. Doch wie kam es zu den Müllzwergen? Irgendwann einmal warf jemand Gartenzwerge weg. Daraus entstanden die Müllzwerge. Doch da jeder etwas anderes wollte, ernannte sich Stefan zum Oberzwerg, schließlich hatte er die perfekten Eigenschaften dazu. Auch die anderen kamen dadurch zu ihren Namen (Die Hauptzwerge):
Oberzwerg - Führungsqualitäten, Respekt einflößend (meint er zumindest)
Name: Stefan; O-Zwerg
Kampfzwerg - Der stärkste der Gruppe und immer zu einer Prügelei bereit
Name: Tobias (W.); K-Zwerg
Schlafzwerg - Schläft eigentlich immer; er kann nur „Waaaasss???“
oder „Thepthen“ (gelispelt) sagen
Name: Tobias (S.); S-Zwerg
Brummzwerg- sagt selten etwas außer „Mmm“ oder „Is mir wurscht!“; hat keine eigene Meinung
Name: Johannes (B.); B-Zwerg
Klugscheißerzwerg- Kurz und knapp: allwissend – Einbildung ist auch eine Bildung
Name: Johannes (D.); KS-Zwerg
Lateinzwerg - spricht nur Latein, und das so, dass niemand ihn wirklich versteht
Name: Franz; L-Zwerg
Sepsen - Der kleinste Zwerg; wird nur geärgert.
Name: Sebastian; Sepsen
Natürlich können sie sich nicht von der Müllhalde ernähren; sie ist viel zu klein. Also müssen sie arbeiten. Stefan ist Verkäufer. Hauptsächlich verkauft er die „härte in Dosen“ und kann davon anscheinend sehr gut leben, was die „Härte in Dosen“ sein soll, weiß man leider auch nicht genau. Als Nebenjob betätigt er sich ehrenamtlich bei der Wohlfahrt. Tobias ist Ausbilder Kampfzwerg im 15. Jahr und Inhaber einer Springerstiefelfabrik. Tobias S. ist Tester in einer Bettfabrik. Er wird nur bald gefeuert, da er immer einschläft. Johannes B. hat die Stiftung Warentest aufgekauft. Sein Motto: „Is mir doch wurscht!“ Franz arbeitet als Tassenbemaler - das dumme ist, die lateinischen Sprüche kann kein Schwein übersetzen, und ist Steinmetz, verdient aber nicht, da seine römischen Figuren nicht wirklich beliebt sind. Johannes D. wurde Oberprofesser (warum weiß keiner) an der KS-Zwergen-Universität. Er bereitet Bundeskanzler-Möchtegern vor und gibt Einführungen in die Zwergen-Mafia. Der kleine Sepsen hat den anspruchsvollsten Job: Professioneller Triangelspieler mit Dimplomauszeichnung. Doch da so einer selten gebraucht wird, muss er Kochen, Waschen und Putzen. (Die Frage ist nur, ob es Putzen auf einer Müllhalde auch bringt...)
1. Kapitel
Es waren einmal 7 Müllzwerge, die wohnten hinter den 7 Müllbergen auf einer Mülldeponie (in Weiden - West?). Der kleinste Müllzwerg hieß Sebi, aber die anderen Müllzwerge nannten ihn, um ihn zu ärgern, immer nur Sepsen. Und
sie ärgerten Sebi sehr viel. Oft nahmen sie ihm seinen wunderschönen Zeitungshut weg und Sepsen versuchte natürlich, ihn wieder zu bekommen. Aber da er ja der Kleinste war, musste er sich immer wieder einen neuen Hut machen, was eine sehr schwierige Angelegenheit war, denn Sepsen war nicht sehr bastelbegabt. Eines Tages, nachdem die Müllzwerge Sebi wieder geärgert hatten, lief er einfach weg. Ganz allein schlief Sepsen schließlich im tiefen, dunklen Müllwald ein. Als er aufwachte, war er hungrig und er suchte sich ein paar Beeren. Da sah er SIE! Hübsch war sie ja, ihn störte nur das blaue Käppchen, das sie ständig auf hatte. Plötzlich bekam er Kopfweh, denn er war so bezaubert, dass er mit voller Wucht gegen einen tief hängenden Ast rannte.
„Hast du dir etwas getan?“, fragte eine Stimme.
Sepsen dachte sich:
„Oh nee! Die sprechenden Bäume greifen mich an!“
Doch um wegzulaufen, war er zu schwach. Er war aber so neugierig, dass er die Augen öffnete, um zu sehen, wie die Killer-Bäume wohl aussahen. Er war überrascht, denn es war Blaukäppchen, was er damals noch nicht wusste. Von jetzt begann eine tolle Zeit für Sepsen. Doch nach drei Tagen verließ er sie wieder, denn sie hatte den Fehler, dass sie immer Recht haben wollte. Auch störte ihn das durchdringende Blau der Mütze. Zum Abschied schenkte sie ihm noch eine Haarnadel – natürlich in Blau- die er sich in die Haare steckte.
So ging er weiter und sah wenig später den großen, bösen Golf. In ihm saß ein hässlicher, ungepflegter Prinz. Der wollte das von den Müllzwergen gefangen genommene Schneewittchen retten. Sepsen war das egal, denn er wollte nach Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In einem Buch auf der Müllkippe hatte er gelesen, dass es dort große Müllvorkommen gebe. Dummerweise war das Buch vom Jahre 1518. Doch das war Sepsen egal, schließlich konnte doch gar nicht so viel passiert sein in der Zwischenzeit und so wanderte er weiter.
Da kam er an einen sehr sehr sehr hohen Turm, aus dem ein Zopf hing. Sepsen
dachte sich nichts dabei und weil er auch keine Tür finden konnte, versuchte
er einfach, an dem Zopf hoch zu klettern. Leider war der kleine Müllzwerg so
klein, dass er es nicht weiter als 1,55 m über den Boden schaffte, seine
Körpergröße. Also dachte er sich:
„Ich steig lieber in dem Fenster ein, das hier neben dem Zopf ist.“
Er kam zu einer Treppe und stieg hinauf. Doch plötzlich versperrte ihm eine Tür den Weg (sie war nicht offen aber auch nicht verschlossen).
„Mist, jetzt war ich schon soweit! Na ja, macht nichts, kehr ich halt wieder um.“
Und so verließ der kleine Zwerg den Turm wieder durch das Fenster. Plötzlich hörte er ein lautes Hupen hinter sich und er drehte sich um. Hinter ihm kam der hässliche, ungepflegte Prinz in seinem großen, bösen Golf angerast.
"Soll ich dich mitnehmen?" fragt der nicht gerade Gutaussehende Prinz.
"Aber ich habe doch so schreckliche Angst vor deinem großen bösen Golf und
außerdem bist du mir viiiiiiiiiiiiieeeeeeeeel zu hässlich!"
Der Prinz war beleidigt, gab Gas, dass die Reifen quietschten und war schon
kurz darauf hinter der nächsten Wegbiegung verschwunden.
So machte sich der kleine Sepsen allein auf den Weg nach Amerika.
2. Kapitel
Mit vielen kleinen Schritten kam er schließlich am Meer an. Da sah er den
Baron von Münchhausen, der gerade mit einem Seepferdchen kämpfte.
„Mein Gott, ist das ein Schwächling”, dachte Sepsen, denn das Seepferd war
höchstens 50 cm groß. Mit einem lauten Schrei fiel er über eine Wurzel.
Geschockt schaute Münchhausen auf und rannte davon. Sepsen nahm das
Seepferd, setze sich auf dessen Rücken und ab ging es ins Meer. Die erste
Zeit schwamm es auf der Wasseroberfläche, doch plötzlich tauchte es ab und
Sepsen war allein.
In der Zwischenzeit machten sich die anderen Müllzwerge doch schon große Sorgen um Sepsen, denn nun war keiner mehr da, der viel kleiner war als sie und den sie deswegen ärgern konnten. Der Oberzwerg Stefan rief eine Krisensitzung in den Mülltag ein.
„Was sollen wir tun?“ fragte er die anderen Müllzwerge.
„Ich weiß was, ich weiß was!“ meldete sich der Klugscheißerzwerg zuerst. „Wir suchen ihn mit dem Radar!“
„Non opus est, ut quaeramus!“ meinte der Lateinzwerg Franz nur dazu.
Der Kampfzwerg Tobias sagte nur: „Franz, noch ein Wort Latein und du fängst eine!“
Schließlich stimmten sie ab. Der Oberzwerg, Tobias, Franz (nach Gewaltandrohung) und der Klugscheißerzwerg selbst stimmten für den Vorschlag mit dem Radar. Jetzt fehlten nur noch zwei. Schlafzwerg Tobias und Brummzwerg Johannes.
„Was ist mit euch?“ fragte der Oberzwerg.
„Was????!!!!“ murmelte der Schlafzwerg verschlafen und nickte sofort wieder weg. Der Brummzwerg machte nur „Hmmmmmmmmmm“. Beide Bemerkungen ließen die anderen Müllzwerge als Zustimmung durchgehen.
Da Sepsen nicht schwimmen konnte ging er langsam unter und verlor das Bewusstsein. Als er wieder aufwachte hing er an der Angel eines Fischers, der ziemlich schimpfte. Sebi erkannte, dass es der hässliche Prinz war, der neben dem Schild „ANGELN VERBOTEN” saß. Er wollte sich aus dem Staub machen, doch der Prinz zog ein Lasso hervor und fing Sepsen damit ein.
„So, jetzt hab ich dich du Mistzwerg!”
„Müllzwerg bitte, nicht Mistzwerg”, antwortete Sepsen. Der Prinz erwiderte:
„Na und? Du hast mich beleidigt und gesagt, ich sei hässlich!! Mein Golf hat sich zwar auch über mich beschwert, aber na ja.”
Das stimmte, aber der große, böse Golf mochte nur die Hässlichkeit des Prinzen nicht.
„Da du mich so hässlich findest,” drohte der Prinz, „werde ich eine Gesichtstransplantation durchführen. Ich verwende dein Gesicht dazu.”
Er sperrte Sepsen in den Kofferraum des Golfes und fuhr mit ihm zum Schönheitschirurgen. Als sie am Schloss des Dornröschens vorbeikamen, stoppte der Prinz den Motor und stieg aus.
„Ach ist das ein schönes Schlösschen,” schwärmte er. Das war die Chance für Sebi! Mit der blauen Haarnadel, die er von Blaukäppchen bekommen hatte, stocherte er im
Schlüsselloch herum( bei einem großen, bösen Golf geht das). Das Schloss
sprang auf und Sebi rannte blitzschnell die Auffahrt, die von Rosen
überwuchert war, hinauf. Wie durch ein Wunder entdeckte er einen schmalen
Durchgang, der zum Turm führte. Er flitzte, dicht gefolgt vom Prinzen, auf den
Turm. Als er im Zimmer von Dornröschen stand, stieß er an ein Glas mit
Wasser. Es fiel um und das Wasser lief über Dornröschens Gesicht. Sie
erwachte und sah den hässlichen Prinz. Es war Liebe auf den ersten Blick, gezwungenermaßen.
Sie war sehr hübsch und er hatte sie nicht verdient, aber Sepsen freute es,
denn nun konnte er sich aus dem Staub machen.
Wo war Sepsen eigentlich? Er wusste es nicht und sah sich nach einem Schild um, als er plötzlich ein komisches Brummen hörte. In der Hoffnung, dass es nicht schon wieder der hässliche Prinz war, drehte er sich langsam um. Vor ihm stand ein 6 Meter großer Riese mit einem Didgeridoo in der Hand.
„Wer bist du denn?“ fragte Sepsen den großen Mann neugierig.
„Ich bin der Didgeridoo Män [ist beabsichtigt, es heißt wirklich Män], wusstest du das denn nicht? Jeder kennt mich hier.“
„Tut mir leid, aber ich bin neu hier. Sind wir in Amerika? Ich wollte nämlich schon immer mal nach Amerika.“
„Nein, wir sind hier in Australien. Aber wer bist du denn eigentlich? Und wo kommst du her?“
„Ich heiße Sebi, aber die anderen Müllzwerge nennen mich immer nur Sepsen. Ich bin ein Müllzwerg.“, erklärte er nicht mit wenig Stolz, „ich hatte auch mal einen schönen Zeitungshut, aber den muss ich wohl verloren haben.“
„Du bist ein Müllzwerg? Wirklich? Bist du auf einer Mülldeponie (in Weiden-West?) aufgewachsen? Du musst wissen, ich habe einen Sohn, der ein Müllzwerg ist, aber ich weiß nicht, wo.“
„Wirklich? Kenne ich ihn? Vielleicht der Kampfzwerg? Er ist der größte bei uns. Oder der Oberzwerg? Auch er ist sehr groß.“
„Nein, Sepsen, ich glaube, du bist mein Sohn, denn ich nannte meinen Sohn Sepsen, beziehungsweise Sebi. Willst du nicht das Didgeridoo Spielen bei mir lernen? Und ich kann dir auch einen neuen Zeitungshut basteln, wenn du willst.“
„Ja, das klingt toll, aber du bist viel zu groß.“
„Das macht nichts, setz dich einfach auf meine Schultern und ab geht die Post!“
3. Kapitel
In dem Moment, als Sepsen von seinem Vater auf die Schultern gehoben wurde, gab es ein leises „Plopp“ und Sepsen saß verwirrt auf dem Boden.
„Häh, was is’n jetzt passiert?“
Da hörte er ein Fluchen und Schimpfen. Er drehte sich um und sah eine Frau, die glatt als Hexe durchgehen konnte (Dass sie wirklich eine war, erfuhr er erst später.).
„Ey du, was hast du mit meinem Vater gemacht, du blöde Kuh?!“
Die Frau, sie hieß Heike, antwortete auf Pseudoenglisch, auch Denglisch genannt, [wir wollen versuchen, es so verständlich und wahrheitsgetreu wie möglich wiederzugeben.]:
„Was bist you für a Giftzwerg? Egal, I want eigentlich a house with a ......äh...... strohdach. Now bin I hier. Well, ich think, ich must go zu my Bauplatz. Abra kadabra…... (unverständliches Gemurmel)“
Mit einem „Plopp“ war sie weg; dachte Sebi. Was er nicht wusste: durch ihr Pseudoenglisch hatte sie ihn in einen Frosch verwandelt und nun schwamm er in einem Brunnen in Amerika, doch er bemerkte es nicht.
„Warum kann ich schwimmen? Und warum bin ich so grün?“ dachte Sepsen verwundert.
Doch bevor er darüber richtig nachdenken konnte, fiel ihm ein rechteckiger Gegenstand auf den Kopf. Er hörte von oben eine schrille Stimme, die kreischte:
„Scheiße, mein Handy is in Brunnen gefallen! Wer holt es bloß wieder raus?“
„Wenn du mich küsst, dann hol ich’s dir!“, sagte Sepsen.
„Für mein Handy tu ich alles!“, kreischte es wieder.
Das mit dem Kuss sagte Sepsen nur, weil er auch einige Märchen kannte. Als er noch ein ganz ganz, wirklich sehr sehr kleiner Müllzwerg war, haben ihm die großen Zwerge Märchen vorgelesen, wenn er mal wieder nicht einschlafen konnte. Er dachte, dass das Handy einer wunderschönen Prinzessin gehöre, doch als er es an Tageslicht befördert hatte, sah er etwas, was ihn sein Leben lang noch verfolgen würde. Er sprang auf den Brunnenrand, da er dachte, er habe sich getäuscht. Schockiert fiel er in Ohnmacht und hörte nicht mehr, wie das hässliche Mädchen mit der Kreischstimme quietschte:
„Schnell weg, bevor der eklige Frosch aufwacht. Jetzt muss ich ihn schon nicht küssen.“
Da Sepsen ohnmächtig war, hatte ihn der KS-Zwerg endlich mit dem Radar gefunden. Er entdeckte ihn genau in dem Moment, als der Vermisste aufwachte. Doch ausgerechnet jetzt schlug die Standuhr der Zwerge 17.00 Uhr und der Oberzwerg brüllte durchs ganze Haus:
„Kampfzwerg, Schlafzwerg, Klugscheißerzwerg, Lateinzwerg, Brummzwerg, Sepsen! Sofort zu mir, es ist Anbetungsstunde!“
Als erstes kam der Kampfzwerg mit dem schlafenden S-Zwerg unter dem Arm angerannt.
„Melde: Sepsen fehlt immer noch!“
Danach kamen Latein- und Brummzwerg.
„KS-Zwerg, brauchst du ne Extraeinladung? Komm jetzt!“ schrie der Oberzwerg schon leicht verärgert.
„Aber ich hab doch den Sepsen gefunden!“
„Mir egal, stell ihn aufs Regal, du kannst ihn später abholen. Aber vergiss nicht, wo du ihn hingetan hast!“
Die Zwerge warfen sich auf die Knie, währen Oberzwerg Stefan sich auf den Thron setzte. Die Zwerge rissen die Arme hoch wie die alten Ägypter und riefen wie hypnotisiert bzw. hirnlos:
„MASTER!“
Nach über einer Stunde erhob sich der Oberzwerg würdevoll und sprach:
Weil ihr alle so toll mitgemacht habt, bekommt jetzt jeder einen Kaugummi!“
Die übrigen jubelten laut, nur der S-Zwerg Tobias nicht; er war sofort nach der Anbetungsstunde wieder eingeschlafen.
4. Kapitel
Als Sepsen aufwachte, war er wieder ein kleiner Müllzwerg.
„Hmmm, ...... Pseudoenglisch ist wohl nicht so gut für Zaubersprüche! Es hält nicht lang.“
Er wusste allerdings nicht, dass er durch den schockierenden Anblick von Annika [die mit der Kreischstimme] in eine dreitägige Ohnmacht gefallen war.
Sepsen streckte seine Glieder und blickte sich um:
„Häh, wo is’n die gruslige Prinzessin hin? Na ja, egal, vielleicht wars nur ein Alptraum.“
Er stand auf und ging den Weg entlang, den er vor sich sah. Er kam – mal wieder – in einen tiefen, dunklen, Wald. Doch dieser Wald war anders. So hoch, und hier war es heiß wie im Backofen.
„So fühlen sich also Weihnachtsgänse“, dachte Sepsen.
„Wuahahahaaa! Bleibet stehen!“
Erschallte ein Ruf und Sepsen blieb erschrocken stehen.
„Was war denn das?“ fragte er sich. Plötzlich sprang ein großer, schlaksiger Mann aus dem Dickicht und schrie:
„Wuahahahaaa!“
Sepsen jedoch blickte ihn nur verdutzt an und fragte:
„Was bistn du für einer?“
Der Mann erstarrte, setzte dann seine Brille auf und sagte in perfektem alten Mittelhochdeutsch [wir hoffen, man kanns verstehen; wir habens ein wenig vereinfacht]:
„Min Nam ist Börger, früher ich hieß einst Jan, doch jeder Mann und Weib nannt mich Börger. Nun leb ich hier in des tiefen des Dschungels als Kannibale. Und mich lüstet nach einem kleinen Zwergelein...“
„Des kannst ja wohl mal voll vergessen!“ erwiderte Sepsen trotzig.
„Dies werden wir schon bald klüger sein!“, antwortete Börger und pfiff umständlich auf zwei Fingern eine kurze Melodie nach Bach oder Beethoven, oder so.... Allerdings klappte es auch nach mehreren Versuchen nicht, also brüllte er durch den Dschungel:
„Kannibalen, Freunde! Kommet zu mir!“
Wie aus dem Nichts tauchten weitere große schlaksige Männer auf.
„Na, Börger wos hostn scho wieda gfanga?“ fragten sie [allerdings hatte jeder Kannibale seinen eigenen Dialekt].
„Sehet, ihr meine Untertanen! Ich, ohne jede Hilf, fing dies putzig Müllzwergelein! Kommet und zollet mir Ansehen!“
„Jaaaaa, was kenna mir essa?“ fragte der Franke.
„Ach, ´alte doch deine Mund!“ fuhr der Franzose dazwischen; er stand auf der Seite von Börger.
„Haltet Eure Zungen im Zaume, jeder von uns wird satt werden, womit und wann auch
immer!“ gebot Börger.
Sepsen sah unsicher von einem zum anderen. War er etwa in einer Gruppe verzweifelter Deutschlehrer gelandet, die nun ihr Leben als Kannibalen führten?
5. Kapitel
Mittlerweile hatte der Oberzwerg eine weitere Krisen-Sondersitzung einberufen. Alle übrigen Müllzwergen saßen um den großen Tisch; alle, bis auf einen: Der Schlafzwerg litt mal wieder unter Schlafmangel.
„Was sollen wir mit dem Brief tun? Er kam heute mit der ersten Müllladung. Allerdings steht Moment... ach Franz, les mal schnell, ich hab meine Brille nicht auf [ja ja ja...]. Begierig schnappte sich der Lateinzwerg den Brief und riss ihn mit geradezu bestialischer Begeisterung auf und las schließlich vor:
„Salve parvus sepsus! Hoc modo...“.[Wer Latein kann, ist klar im Vorteil!]
Weiter kam er jedoch nicht, denn der KS-Zwerg schnappte sich den Brief und zitierte:
„Lieber kleiner Sepsen! ... Ich möchte ja zu gern mal wissen, von wem der Brief stammt. Ich meine, wer kennt ihn denn schon außer uns? Es sei denn, er hat eine Brieffreundschaft, die er vor uns geheim hält. So etwas hätte ich niemals von ihm erwartet, aber alles...“
„Ach, gib schon her...“ brummte der Brummzwerg und nahm ihm ruhig und gelassen und zivilisiert den Zettel ab.
„Lieber kleiner Sepsen“, begann er, „auf diese Weise......mhhhh....aha.......oh.....soso....hm.“, fuhr er fort, wobei er immer leiser wurde.
Die restlichen Zwerge drängten sich so nah wie möglich an ihn heran, doch sie konnten nichts verstehen. Der Oberzwerg war sichtlich gereizt und drückte den Brief dem Schlafzwerg in die Hand.
„Lies vor!“ befahl er, aber er schrie wohl eher und dabei überschlug sich seine Stimme ein paar Mal.
Mühsam starrte Tobias mit offenen Augen [was für ein Fortschritt!] auf das beschriebene Blatt und brachte gerade noch ein gelispeltes „Thepthen“ hervor, dann gab er schon leise Schnarchtöne von sich. Nun ja, nicht jeder konnte mit offenen Augen schlafen...
Da es dem Kampfzwerg schließlich zu bunt wurde, riss er den Brief an sich und ratterte mit monotoner Stimme:
„Lieber Sepsen – Stopp – Einladung zur Hochzeit – Stopp – in drei Monaten im Dornröschenschloss – Stopp – ist in Australien – Stopp – bring Verwandtschaft und Freunde mit – Stopp – gezeichnet – Stopp – Hänsel und Gretel – Ende.“
„Ohhhh“, machten die Zwerge nur. Sie wussten ja nicht, auf was sie sich da einließen.
Der Oberzwerg fing sich als Erster wieder und ordnete an:
„Kampfzwerg – du bist für meine Sicherheit verantwortlich! KS-Zwerg, du kümmerst dich um die Reiseroute. Und wehe, wir kommen nicht rechtzeitig an, das wäre eine Schande für mich... ich meine uns. Lateinzwerg mach mal ein Geschenk ganz ohne Latein und Müll, aber gib nicht soviel Geld aus! Der Rest bastelt jetzt ein großes Papierschiffchen, damit ich...äh wir trocken ankommen. Ist schließlich ein weiter Weg bis Australien. Ich trage die Verantwortung und werde jetzt erstmal was essen. Tobias, folge mir und schlag mal ein paar Leute zusammen, die unseren Müll klauen wollen!“ [wer braucht schon Müll?]
Wir schreiben bald weiter!!
by Alcavar 2005